Kommunal-Arbeitgeber erwarten Streiks
Stuttgart (dpa) - Die kommunalen Arbeitgeber halten Streiks im öffentlichen Dienst für kaum noch vermeidbar. Er halte es für absolut leichtfertig, wie die Gewerkschaften mit diesem Instrument umgehen, sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, der "Stuttgarter Zeitung". Schon Monate vorher würden die Gewerkschaften vollmundig mit Arbeitskampf drohen. Die Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt. (Anm. d. Hrsg.: Bezugnahme auf verdi)
03.02.08Zusatzurlaub für Nachtarbeit
Der KAV Hessen hat ablehnend zur Frage des Zusatzurlaubs für Nachtarbeit Stellung genommen. Herr Udo Rein, Geschätsführer des MB-Landesverbandes Hessen hat hierzu eine Argumentation ausgearbeitet, die über diesen Link einzusehen ist. Im weiteren weist er auf § 6 Abs. 5 des ArbZG hin, der als weitere Anspruchsgrundlage vertretbar wäre. Hierzu gibt es eine Entscheidung des Arbeitsgericht Siegen vom 18.8.2006 (Az.: 2 Ca 331/06). Letztlich muss davon ausgegangen werden, dass der gesamte VKA-Bereich auf gleicher Grundlage den Anspruch ablehnen wird, und letztlich dann der Rechtsweg beschritten werden muss. Wenn Sie in Ihrer Klinik arbeitgeberseitig eine Reaktion erhalten, so teilen Sie dies bitte umgehend dem Landesverband mit!
UKSH
Der Verwaltungssitz des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) soll in Zukunft komplett in Lübeck angesiedelt werden. Dies empfehle die Landesregierung dem Aufsichtsrat des Klinikums, teilte Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) am vergangenen Dienstag nach der Entscheidung des Kabinetts mit. Mit dem Abbau von Doppelstrukturen können laut UK S-H mindestens 3,6 Millionen Euro gespart werden. Bislang hatten sich Lübeck und Kiel die Verwaltung geteilt. Mit rund 10.000 Beschäftigten zählt das UK S-H zu den größten Arbeitgebern des Bundeslandes und ist Aushängeschild der Forschungslandschaft Norddeutschlands. Trotz erheblicher Sparanstrengungen ist die Klinik hoch verschuldet.
Lilje-Gruppe
Der MB-Landesverband Schleswig-Holstein hat ein 1. Sondierungsgespräch mit einzelnen Geschäftsführern der Lielje Gruppe in St. Peter-Ording geführt. Es soll ein Haustarifvertrag für die beiden Nordsee-Reha-Kliniken I und II verhandelt werden. Auf der nachfolgenden Mitgliederversammlung wurden die Mitglieder der Tarifkommission gewählt.
Asklepios
Mit Asklepios nimmt der Marburger Bund am 4. März Tarifvernhandlungen auf.
Kirchliche Kliniken
Der Marburger Bund braucht Ihre Hilfe! Wir benötigen noch mehr Informationen über die Arbeitsbedingungen in den kirchlichen Häusern. Beteiligen Sie sich an der neuesten MB-Umfrage zu Weihnachtsgeld und Leih- sowie Zeitarbeitsfirmen. Mehr Informationen im Netzwerk
Rhön-Kliniken
Der Marburger Bund und die Rhön-Klinikum AG setzen am Montag, 25. Februar, die Tarifverhandlungen fort. Am 13. und 14. Februar tritt außerdem eine Arbeitsgruppe zusammen, die mit der detaillierten Ausarbeitung der Tariftexte beginnt, bei denen bereits Einigkeit besteht.
Bald Verordnung von häuslicher Krankenpflege für Klinikärzte möglich?
Krankenhausärzte sollen ihren Patienten künftig eine häusliche Krankenpflege im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt verordnen können. Dies sieht ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vor (G-Ba). Bislang ist die Verordnung nur durch den niedergelassenen Vertragsarzt möglich. Der Beschluss tritt nach Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit.
29.01.08
Tarifverhandlungen Preetz
In Preetz hat eine erste Tarifrunde zum Thema "Notlage" der Klinik mit Anwendung § 39 TV-Ärzte/VKA ohne konkretes Ergebnis stattgefunden. Ein Vorschlag der Arbeitgeberseite liegt vor und wird jetzt in der Tarifkommission diskutiert. Beide Seiten haben zunächst Stillschweigen über die Inhalte vereinbart.
28.01.08
Pressemitteilung MB zur Tarifrunde VKA: Substantielle Gespräche bei der zweiten Tarifverhandlungsrunde für kommunale Klinikärzte
Düsseldorf – „Intensiv und interessant“ sei nach Angaben der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) die zweite Runde der Tarifverhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände für die rund 55 000 Ärzte der 700 kommunalen Krankenhäuser verlaufen. Der Verhandlungsführer des Marburger Bundes, Lutz Hammerschlag, betonte, dass die Verhandlungsrunde „positive Signale“ für ein weiteres Treffen ergeben habe. Die Tarifparteien verständigten sich auf eine Fortsetzung der Verhandlungen am 20. und 21. Februar in Offenbach am Main, bei der die Arbeitgeber nach Angaben Hammerschlags ein konkretes Angebot vorlegen werden. Hammerschlag: „Wir sind heute in einzelne Positionen unserer Forderungstabelle detailliert eingestiegen.“ Auf dieser Verhandlungsgrundlage lasse sich bei der dritten Runde Ende Februar weiter aufbauen. Der Marburger Bund fordert für die Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern eine durchschnittliche Einkommenserhöhung von 10,19 Prozent. Begründet wird diese Forderung mit besseren Einkommensbedingungen in anderen Krankenhäusern der Republik. „Wir fordern nichts, was wir nicht schon mit anderen Klinikarbeitgebern bereits vereinbart haben“, so Hammerschlag, der auf die höheren Ärzteeinkommen in Universitätskliniken hinwies.
Pressemitteilung VKA zum selben ThemaDüsseldorf. Kein Ergebnis in der zweiten Runde für die Tarifverhandlungen der Ärzte an kommunalen Krankenhäusern. Am heutigen Montag, 28. Januar 2008, trafen sich die Verhandler von VKA und Marburger Bund in Düsseldorf. „Wir haben abermals deutlich gemacht, dass erneute Entgeltsteigerungen, wie sie der Marburger Bund für Ärzte fordert, für die kommunalen Häuser nicht verkraftbar wären. Dennoch suchen wir eine Lösung am Verhandlungstisch“, so VKA-Verhandlungsführer Joachim Finklenburg. Ein konkretes Angebot soll für die nächste Verhandlungsrunde vorbereitet werden. Die Eckpunkte dessen, was die VKA für die kommunalen Krankenhäuser erreichen möchte, ist bereits in den Gesprächen deutlich gemacht worden. „Finanziell sind uns durch die Vorgaben des Gesetzgebers die Hände gebunden. Unsere Kosten dürfen in diesem Jahr nicht mehr als 0,64 Prozent steigen. Davon haben wir sowohl die Sanierungsabgabe für die Krankenkassen in Höhe von 0,5 Prozent als auch die sonstigen Kostensteigerungen wie Verbraucherpreise und Energiekosten tragen. Die Krankenhäuser sind beim wirtschaftlichen Aufschwung Außen vor. Für Gehaltssprünge – zumal in der Höhe, wie sie sich der Marburger Bund vorzustellen scheint – ist dabei überhaupt kein Spielraum.“ Die VKA fordert außerdem, die leistungsorientierte Bezahlung auch für die Ärzte einzuführen. Seit 2005 gibt es für den gesamten öffentlichen Dienst das Leistungsentgelt. Auf Drängen des Marburger Bundes wurden hiervon die Ärzte ausgenommen. „Wir müssen die aktuelle Tarifrunde dazu nutzen, das Leistungsentgelt auch endlich für die Ärzte einzuführen. Die Ärzte sind Leistungsträger, wie auch der Marburger Bund immer wieder betont. Insofern ist es unverständlich, dass die Gewerkschaft ausgerechnet bei den Ärzten die Leistungsbezahlung blockiert“, so VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Die Verhandlungen werden am Mittwoch, 20. Februar 2008, in Offenbach fortgesetzt.
26.01.08
VKA-Tarifrunde 2008: 2. Verhandlungsrunde
Am kommenden Montag, 28.Januar, werden in Düsseldorf die Tarifverhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) fortgesetzt. Hierzu auch gleich die passende Pressemeldung:
Krankenhäusern drohen baldige Streiks
Berlin (Reuters) - An den kommunalen Krankenhäusern könnte es schon bald zu Streiks kommen. Auch bei der nächsten Verhandlungsrunde am Montag erwarte er kein Angebot der Arbeitgeber, sagte der Vorsitzende des Klinikärzteverbandes Marburger Bund, Rudolf Henke, der Nachrichtenagentur Reuters. Dies werde seine Gewerkschaft den Kommunen nicht durchgehen lassen, sagte er. Am Dienstag werde die Tarifkommission zusammenkommen und den Stand der Verhandlungen bewerten. Dabei werde auch über Warnstreiks gesprochen. "Man darf die angespannte Erwartungshaltung der Ärzte nicht unterschätzen. Die Geduld wird nicht unendlich sein", drohte Henke. Mit einem Angebot, wie es bei den Verhandlungen des öffentlichen Dienstes für das Klinikpersonal vorgelegt worden sei, werde sich der Marburger Bund nicht abspeisen lassen. Dieses beläuft sich nach Gewerkschaftsberechnungen auf rund 2,5 Prozent für 2008 und 0,41 Prozent für 2009. "Damit kriegt man bei uns den Unmut nicht gestillt." Seine Gewerkschaft bereite sich auf Arbeitskampfmaßnahmen für den Fall vor, dass die Arbeitgeber weiter kein Angebot vorlegten und es zu keiner Einigung komme. "Wir sind dabei, uns systematisch aufzustellen." Die erste Gesprächsrunde war vor zwei Wochen ohne Einigung geblieben. Die Arbeitgeber hatten zu verstehen gegeben, sie würden den rund 55.000 Medizinern an den Kliniken der Städte und Gemeinden auch in der zweiten Runde kein Angebot unterbreiten. Der Marburger Bund fordert für die Ärzte im Schnitt eine Gehaltssteigerung um 10,2 Prozent.
Verdi/dbb lehnen VKA-Angebot als Mogelpackung ab
In den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst hat die VKA den Gewerkschaften Verdi und dbb am Donnerstag, 24.01.2008, ein erstes Angebot vorgelegt. Dieses Angebot gilt nicht für den Marburger Bund, da wir in separaten Tarifverhandlungen stehen, die am kommenden Montag in Düsseldorf fortgesetzt werden. Das Angebot der Arbeitgeber an Verdi/dbb sieht für die Beschäftigten lineare Einkommenserhöhungen um 2,5 % zum 1. Februar 2008, 1,0 % zum 1. Oktober 2008 und weitere 0,5 % zum 1. März 2009 vor. Gleichzeitig soll die regelmäßige wöchentliche Arbeitzeit stufenweise angehoben werden und ab Januar 2009 40 Stunden betragen. In ihrer Pressemeldung beziffert die VKA ihren Vorschlag mit fünf Prozent mehr. In Wahrheit bedeutet dieses Angebot angesichts der langen Laufzeit von 24 Monaten gerade einmal 2,5 % Entgeltsteigerung für 2008 und 0,4 % für 2009. Hinzu kommt, dass die Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden einem Volumen von 3,75 % entspricht, so dass das Angebot unterm Strich sogar ein Minusgeschäft bedeutet. Außerdem ergeben die angebotenen linearen Erhöhungen zusammengerechnet nur 4,0 % (2,5 % + 1,0 % + 0,5 % ). Das weitere eine Prozent begründet die VKA damit, dass die Leistungsbezahlung sich in 2008 und 2009 um jeweils 0,5 % erhöht. Für die kommunalen Krankenhäuser sieht das Angebot die Besonderheit vor, dass die seit 2006 gezahlte Zulage von 35,00 Euro an nichtärztliches Personal voll angerechnet werden soll. Das Leistungsentgelt soll nur an kommunalen Krankenhäusern gezahlt werden, die ertragsfähig sind. Die Gewerkschaften Verdi und dbb lehnten das Angebot als Provokation und Mogelpackung ab.
MDK/MDS: Tarifverhandlungen
Am 15. Februar werden zwischen dem Marburger Bund und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) sowie dem Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) die Tarifverhandlungen aufgenommen.
Asklepios: Tarifverhandlungen
Mit Asklepios nimmt der Marburger Bund am 4. März die Tarifverhandlungen auf. Darauf haben sich die Verhandlungspartner beim jüngsten Verfahrensgespräch am 6. Januar geeinigt.
Rhön AG: Neuer Verhandlungstermin Ende Februar
Der Marburger Bund und die Rhön-Klinikum AG haben bei den Verhandlungen für einen arztspezifischen Konzerntarifvertrag einen weiteren Termin am Montag, 25. Februar, vereinbart. Zudem verständigten sich die Tarifparteien am Mittwoch und Donnerstag (23. und 24. Januar) in Fulda darauf, dass am 13. und 14. Februar eine Arbeitsgruppe zusammentritt, die mit der detaillierte Ausarbeitung der Tariftexte beginnt, bei denen bereits Einigkeit besteht. Näheres lesen Sie dazu in den kommenden Tagen.
MB-Kampagne "Gegen Ausbeutung im Praktischen Jahr"
Der MB hat die Dekane aller Medizinischen Fakultäten aufgefordert dafür zu sorgen, dass PJ´ler nicht verpflichtend als "Springer und Handlanger, verschärft in Spät-, Nacht- oder Wochenenddiensten" eingesetzt werden. Das verstößt eindeutig gegen § 3 Abs. 4 Approbationsordnung. "Die Studierenden dürfen nicht zu Tätigkeiten herangezogen werden, die ihre Ausbildung nicht fördern." Ihre Dienste sind im Allgemeinen nur im Zusammenhang mit dem routinemäßigen Einsatz in Funktionseinheiten oder enstprechenden Abteilungen möglich.
Privatisierung: Bundesgerichtshof untersagt Rhön Übernahme
Der Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass der Zusammenschluss von Krankenhäusern der Fusionskontrolle dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) unterliegt. Es ging um den Erwerb des Kreiskrankenhauses Bad Neustadt an der Saale durch die Rhön-Klinikum AG. Der Kartellsenat hat die Untersagung des Zusammenschlusses durch das Bundeskartellamt bestätigt. Hier die Pressemitteilung des BGH zum Beschluss vom 16. Januar 2008.
Gemeinsamer Bundesausschuss: Krankenhäuser sollen hochspezialisiert ambulant therapieren können
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-Ba) hat die Voraussetzungen für die ambulante Behandlung von an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten im Krankenhaus geregelt. Insbesondere wurden die Krebserkrankungen und Behandlungsverläufe sowie die Anforderungen an interessierte Krankenhäuser konkretisiert. Nach Prüfung durch das Bundesministerium für Gesundheit und tritt gegebenenfalls nach Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.
25.01.08
Krankenhäuser warnen: Katastrophenjahr auch für Patienten
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat vor einem Katastrophenjahr 2008 mit spürbaren Auswirkungen für die Patienten gewarnt. Explodierende Energie- und Sachkosten, drohende Tarifsteigerungen sowie die Sanierungsbeiträge rissen in den Klinikbereich eine milliardenschwere Lücke, sagte DKG-Präsident Dr. Rudolf Kösters heute beim DKG-Forum „Die Krankenhausreform 2009" in Berlin. Die Politik dürfe die finanzielle Notlage der Kliniken nicht weiter ignorieren. „Es wäre naiv, zu glauben, die fehlenden Mittel hätten keine Auswirkungen auf die Patientenversorgung", betonte Kösters. Im Gegenteil – die Patienten spürten den Mangel an Zuwendung längst am Krankenbett. Kösters wandte sich entschieden gegen das Modell von Rabattverträgen bei Kliniken. „Ein zwangsläufiges Vergütungs-Dumping – wie bei den Arzneimittelrabattverträgen – würde den Kernbereich der Gesundheitsversorgung folgenschwer aushöhlen. Daran kann und darf niemand ein Interesse haben", betonte er. Der DKG-Präsident hob hervor, das von den Bundesländern beschlossene Konzept für die Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung sei ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. „Die Überführung des Vergütungssystems in feste Preise ist unabdingbar. Nur gleiche Preise für gleiche Leistungen und damit für alle klare und transparente Vergütungsregelungen stellen die Krankenhausversorgung auch in der Fläche nachhaltig sicher", erklärte Kösters. Ob vom landesweiten Basispreis auf bundeseinheitliche Preise übergegangen werden solle, müsse nach Auswertung des Konvergenzprozesses entschieden werden.
MB fordert bis zu 14,3 Prozent mehr: die größten Zuwächse soll es bei Fachärzten geben
BERLIN (ble). Vor der zweiten Runde der Tarifgespräche mit den kommunalen Klinikarbeitgebern am kommenden Montag hat der Marburger Bund (MB) seine Gehaltsforderungen konkretisiert. Danach bewegen sich diese in den insgesamt 13 Tarifgruppen zwischen 8,3 Prozent und 14,3 Prozent. Bisher hatte der MB in der Öffentlichkeit nur eine durchschnittliche Tarifforderung von 10,2 Prozent genannt. Mit seinen Forderungen will der MB nach den Worten seines stellvertretenden Hauptgeschäftsführers Lutz Hammerschlag zwei Ziele erreichen: Zum einen sollen die Klinikärzte an den kommunalen Häusern mit ihren Kollegen an Unikliniken oder privaten Kliniken gleichziehen. Darüber hinaus sollen so die aus Sicht des MB teils zu langen Verweildauern von bis zu 60 Monaten in den Entgeltstufen durch höhere Gehälter wenigstens abgemildert werden. Beispiel Facharztebene: Hier gibt es insgesamt fünf Stufen - geht es für Ärzte in den Stufen 1, 2 und 3 (Gehalt aktuell: 4450 / 4800 / 5110 Euro pro Monat) jeweils nach drei Jahren eine Stufe herauf, müssen sie zwischen Stufe 3 und 4 (5300) bereits vier Jahre warten, zwischen Stufe 4 und 5 (5600) sogar fünf Jahre. Für die Stufe vier fordert der MB als Ausgleich jetzt eine Anhebung von 13,2 Prozent auf 6000 Euro pro Monat, für die Stufe 5 um 14,3 Prozent auf 6400 Euro. Bei den Stufen 1 bis 3 liegen die Forderungen zwischen 8,3 und neun Prozent. Fachärzte sollen dann 4850, 5200 und 5550 Euro verdienen. Hammerschlag, der die Gespräche für den MB führt, sprach von einer "intelligenten Forderung" seiner Gewerkschaft. Er erwarte schwierige Verhandlungen mit dem Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Joachim Finklenburg. Ziel müsse sein, dass Ärzte an den Krankenhäusern auch ohne Bereitschaftsdienste oder Überstunden gut verdienen könnten, machte Hammerschlag deutlich. Eine Leistungskomponente, wie es sie im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gibt und offenbar auch von den kommunalen Arbeitgebern gefordert wird, lehnte er kategorisch ab. Danach könnte ein Teil der Tariferhöhung in einen Fonds eingezahlt werden und von den Arbeitgebern je nach Leistung ausgeschüttet werden. "Verwaltungsmenschen können die Leistung von Ärzten nicht beurteilen", sagte Hammerschlag.
Pflegekräfte machen Ärzten die Führungsrolle streitig: Deutscher Pflegeverband sieht Pfleger als Lokführer im Gesundheitssystem
BERLIN (ble). Die 1,2 Millionen Pflegekräfte in Deutschland blasen zum Frontalangriff auf den Arztvorbehalt: Die Vorsitzende des Deutschen Pflegerates (DPR), Marie-Luise Müller, will neue Kompetenzen für die Pflegeberufe notfalls auch gegen den Widerstand der Ärzteschaft durchsetzen.Das machte sie auf dem Fachkongress "Pflege 2008" in Berlin deutlich. "Wir wollen nicht länger Anhängsel eines medizinisch dominierten Gesundheitssystems sein", forderte Müller. An dem Kongress nahmen mehr als 1000 Pflegekräfte aus Kliniken, Heimen und Sozialstationen teil. Man wolle zwar keine Polarisierung im Verhältnis zu den Ärzten, werde den Konflikt aber nicht scheuen, sollte er notwendig sein, sagte Müller am Freitag vor Journalisten. Sie mahnte die Ärzteschaft, die Augen vor Veränderungen nicht zu verschließen. Dort, wo es zu Kompetenzerweiterungen in der Patientenversorgung komme, müsse dann auch die Vergütung angepasst werden. Die Forderungen der Pflege nach mehr Kompetenzen seien keine Reaktion auf den Ärztemangel, sondern auf die Entwicklungen im Pflegeberuf in den vergangenen 15 Jahren. Dazu zähle die Notwendigkeit, die Pflege zu akademisieren. Müller forderte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auf, in den nächsten Wochen Gespräche zur Einführung einer mit einem festen Betrag vergüteten "Pflegediagnose" in das Fallpauschalensystem zu führen. Zurzeit wird hierzu an der Universität Witten/Herdecke an einem System gearbeitet, mit dem Pflegekräfte Art und Schwere der Pflegebedürftigkeit eines Patienten messen können. Zudem forderte Müller ein Zusatzentgelt für Krankenhauspatienten, die bereits in einer Pflegestufe sind. Auch der Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbands (DPV) Rolf Höfert machte deutlich, wohin die Reise aus Sicht der Vertreter der Pflegeberufe hingehen soll: So könne sich die Kompetenzerweiterung der Pflege langfristig nicht auf die Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln beschränken, sagte er. Notwendig sei zudem ein Verordnungsrecht von Pflegenden bei der Vorsorge in der ambulanten Pflege, etwa zur Dekubitusprophylaxe. Eigenverantwortliche Vorsorgeleistungen der Pflege seien heute jedoch nicht möglich, kritisierte er. Höfert nahm für seine Berufsgruppe eine Führungsrolle in Anspruch. "Für mich sind die Pflegerinnen und Pfleger die Lokführer im System", sagte er. "Ohne Pflege läuft nichts." Im aktuellen Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst signalisierte die DPR-Vorsitzende Müller vorsichtige Bereitschaft für einen Schulterschluss mit den Klinikärzten.
22.01.08
2. Ärztesprechertreffen kommunale Krankenhäuser
Wer hat die Möglichkeit, am 2. Ärztesprechertreffen für "Ärzte an kommunalen Krankenhäusern" am Mittwoch, den 13. Februar 2008 von 17:00 Uhr bis ca. 19:00 Uhr im Hotel Sheraton (am Airport) in Frankfurt/M teilzunehmen? Interessierte melden sich bitte beim Landesverband.
Presseartikel dpa: "Sind für mögliche Streiks gut gewappnet"
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund sieht sich für mögliche Streiks gut gewappnet. „Ich hoffe sehr, dass wir uns die Schleife über Streiks ersparen", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Rudolf Henke der Deutschen Presse-Agentur dpa in Köln. „Aber dass wir es könnten, ist klar. Selbstverständlich bereiten wir uns auf Alternativen vor, und fest steht auch, dass wir besser auf Streiks vorbereitet wären als beim letzten Mal." Er bleibe aber „grundsätzlich optimistisch", dass die Arbeitgeber noch mit einem akzeptablen Angebot kämen, sagte Henke. Der Marburger Bund fordert bei den derzeit laufenden Tarifverhandlungen für Mediziner an kommunalen Krankenhäusern im Schnitt Einkommens- Steigerungen von 10,2 Prozent sowie eine sofortige Anhebung der Ost- Einkommen auf West-Niveau. Die Arbeitgeber lehnen dies als unmöglich ab, da kein Geld zum Verteilen da sei.
Henke sagte, die Erhöhung der Gehälter sei nötig, um einen Ärztemangel in den Krankenhäusern zu verhindern. Allein in der vergangenen Woche seien in Deutschland Anzeigen für 355 Ärztestellen veröffentlicht worden. „Es läuft also eine Suche nach Ärzten, aber im Augenblick schrecken die Bedingungen viele Talente ab." Im vergangenen Jahr seien 2600 in Deutschland ausgebildete Ärzte ins Ausland abgewandert, und zwar überwiegend nicht, um dort vorübergehend Erfahrungen zu sammeln. „Die bleiben da", betonte Henke. Für jeden zweiten Arzt sei dabei das bessere Einkommen entscheidend. Die Schweiz, die Niederlande, Großbritannien oder die USA seien Alternativen. Hinzu komme noch, dass in den nächsten fünf Jahren 41 000 Ärzte pensioniert würden. Davon arbeiteten 30 000 in Praxen. Die freiwerdenden Plätze seien für viele Krankenhausärzte attraktiv. „Ich habe ja grundsätzlich ein gewisses Grundmitgefühl mit der Arbeitgeber-Seite, aber es hilft nichts, wenn sie jetzt die Nullrunde machen", sagte Henke. „Der Arbeitsplatz kommunales Krankenhaus muss attraktiv bleiben, das ist im Interesse aller."
18.01.08
Sana-Kliniken: 1. Verhandlungsrunde am 8. Februar
Nach drei Sondierungsrunden, die letzte am 11. Januar, findet nun am 8. Februar die 1. Verhandlungsrunde zwischen dem Marburger Bund und den Sana-Kliniken statt. An dieser Stelle sei auch noch einmal an das MB-Netzwerk "Sana-Kliniken" erinnert, in dem sich MB-Mitglieder anmelden sollten, um zeitnah über aktuelle Entwicklungen informiert zu sein.
Rhön AG: nächste Verhandlungsrunde
Am 23. und 24. Januar werden die Tarifverhandlungen zwischen Marburger Bund und Rhön fortgesetzt.
Paracelsus: noch mal Gespräch
Der Marburger Bund besteht auf einen eigenen Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte in den Paracelsus-Kliniken. Weil die Verhandlungen zum Jahreswechsel völlig ins Stocken geraten sind und weiterhin MB-Mitglieder zu Änderungsvereinbarungen veranlasst werden sollen, die den Verdi-Abschluss zum Gegenstand haben, spitzt sich die Situation zu. Nun soll im nächsten Gespräch Klärung herbeigeführt werden. Alle MB-Mitglieder in den Paracelsus-Kliniken werden gebeten, sich im MB-Netzwerk "Paracelsus" mit Angabe der notwendigen Kontaktdaten anzumelden.
Klinikum Itzehoe
Die Haustarifverhandlungen für das Klinikum Itzehoe befinden sich in einer kritischen Phase. Das letzte Angebot der Arbeitgeberseite konnte von der Tarifkommission nicht akzeptiert werden. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch aus.
Asklepios-Nordsee-Klinik
Der MB-Landesverband Schleswig-Holstein lädt am Donnerstag, 24. Januar 2008, zu einer Mitgliederversammlung in der Asklepios-Nordsee-Klinik in St. Peter-Ording ein. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr.
17.01.08
Generelle Wiederbesetzungssperre am UK S-H
Mit Beschluss vom 09.01.08 haben der Sanierungsberater, Dr. Schleifer, und der Vorstand Krankenversorgung, Prof. Dr. Kremer, für alle Organisationsbereiche am Universitätsklinikum Schleswig- Holstein eine generelle Wiederbesetzungssperre angeordnet. Im Wirtschaftsjahr 2008 wird mit 720 durch Vertragsablauf frei werdenden Stellen gerechnet, eine Neubesetzung oder Vertragsverlängerung muss rechtlich, wirtschaftlich oder organisatorisch zwingend notwendig sein. Der Anteil befristeter Arbeitsverträge ist beim wissenschaftlichen Personal mit 70 % überproportional hoch, d. h., diese Gruppe wird sich ggf. schon bald neu orientieren und vor Vertragsablauf abwandern. Die Krankenversorgung im einzigen Klinikum der Maximalversorgung im Lande droht, zusammen zu brechen. Dies hat der Vorsitzende des wissenschaftlichen Personalrats am Campus Lübeck, Dr. Nielsen, dem für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im Lande zuständigen Staatssekretär im Sozialministerium, Dr. Körner, unmissverständlich klargemacht. Eine derart kreativlose, strategielose Maßnahme einer Wiederbesetzungssperre zum Abbau des jährlichen Defizits von derzeit 17 Mio. € wird an dem Grundproblem, der bundesweit niedrigsten Landesbasisfallrate 2666 € in Schleswig- Holstein, nur kurzfristig etwas ändern.
15.01.08
TV-Tipp für Mittwoch: Kammerpräsident Westfalen-Lippe in der Sendung "hart aber fair" um 21.40 Uhr
Köln (mhe). Überlastete Ärzte, gehetzte Schwestern und marode Gebäude - die medizinische Versorgung in vielen Krankenhäusern ist teuer. Wie ist die Qualität der Versorgung? Dieser Frage will Moderator Frank Plaßberg in seiner morgigen ARD-Sendung "hart aber fair" nachgehen. Zum Eingang in das Thema behauptet die ARD-Redaktion auf Ihrer Internetseite provozierend: "Die medizinische Versorgung in den Kliniken ist schlecht und das bei rapide steigenden Kassenbeiträgen." Höchste Zeit, das mediale Zerrbild gerade zu rücken. Eine Aufgabe für den Präsidenten der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theo Windhorst.
Dr. Theo Windhorst, der auch Vorstandsmitglied des MB-Landesverbandes NRW/RLP sowie Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes in Bielefeld ist, wird am Mittwoch bei der ARD ab 21.40 Uhr bis 23 Uhr einer der Gäste in der Sendung „hart aber fair“ sein. Mit dem Thoraxchirurgen Dr. Windhorst diskutieren ferner:
Dr. Werner Bartens, Ehemaliger Assistenzarzt; Buchautor „Ärztehasserbuch. Ein Insider packt aus“, Wissenschaftsredakteur „Süddeutsche Zeitung“; Klaus Theo Schröder, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium; Joachim Bovelet, Geschäftsführer Klinikkonzern Vivantes, privater Krankenhausbetreiber; Dieter Wedel, Regisseur, kritisiert im Film "Mein alter Freund" die Missstände und das Profitstreben in den Kliniken.
Tagesschau vom 14.01.2008
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video261984.html
14.01.08
Erste Verhandlungsrunde für kommunale Klinikärzte ohne Ergebnis beendet
Düsseldorf - Die erste Runde der Tarifverhandlungen zwischen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) und der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände für die rund 55 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern ist in Düsseldorf erwartungsgemäß ohne Ergebnis beendet worden. In dieser Runde, die einem ersten Positionsaustausch der Tarifpartner diente, zeigte sich, dass es schwierige und offensichtlich wohl langwierige Verhandlungen werden.
Der Marburger Bund stellte der Arbeitgeberseite seine Forderung nach durchschnittlich 10,2 Prozent mehr Einkommen und einer umgehenden Anhebung der Ostgehälter auf Westniveau dar. Diese Forderungen leiten sich insbesondere auch von der derzeit miserablen Arbeitssituation in den Krankenhäusern ab. Es verwundert nicht, wenn immer mehr deutsche Ärzte ins Ausland auswandern, weil dort bessere Arbeitsbedingungen und höhere Einkommen geboten werden. Mittlerweile sind über 16 000 deutsche Mediziner im Ausland beschäftigt. Gleichzeitig hat die Ärztegewerkschaft auf die Arbeitskampffähigkeit der Ärztinnen und Ärzte an den rund 700 kommunalen Kliniken hingewiesen. Die Mediziner sind bereit, für ihr gutes Recht auf leistungsgerechte und international konkurrenzfähige Gehälter zu kämpfen. Von Ärztestreiks ist man jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch ein gutes Stück entfernt. Beide Seiten verständigten sich darauf, die Tarifverhandlungen am 28. Januar in Düsseldorf fortzusetzen.
AiP-Zeiten als Vorzeiten ärztlicher Berufserfahrung anerkannt
Das Arbeitsgericht München hat heute entschieden, dass Zeiten des AiP als Zeiten einschlägiger Berufserfahrung gem. § 16 Abs. 2 Satz 1 TVÄ anzurechnen sind. Dies ist, soweit bekannt, das erste positive Urteil zu dieser Problematik sein. Geklagt hatte ein Kollege aus Bayern. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da der Freistaat Bayern bereits Berufung eingelegt hat.
13.01.08
Marburger Bund will Verhandlungsmandat für Ärzte nicht abtreten
AP - Sonntag, 13. Januar2008, 14:28 Uhr, Bonn. Der Marburger Bund hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wegen ihrer Tarifpolitik scharf kritisiert. Ver.di-Chef Frank Bsirske solle sich um seine eigene Klientel kümmern, sagte Verbandssprecher Athanasios Drougias dem «Behördenspiegel» laut einer Vorabmeldung vom Sonntag. «Seine Baustelle, das sind die Pflegekräfte.» Bsirske hatte laut «Behördenspiegel» gefordert, dass die Ärzte bei der bevorstehenden Tarifrunde zu einem gemeinsamen Vorgehen mit den übrigen Beschäftigten zurückfinden sollten. Der Marburger Bund lehnt dies ab. «Ver.di ließ die Ärzte während der letzten Tarifrunde im Regen stehen, aber auch die Pflegekräfte», sagte Drougias. Die Tarifverhandlungen für kommunale Krankenhäuser sollen am (morgigen) Montag in Düsseldorf fortgesetzt werden. Die Mediziner wollen zehn Prozent mehr Geld, während die Arbeitgeber eine Nullrunde verlangen. Damit könnte es nerneut zu einem langen Tarifkonflikt kommen.
11.01.08
Tarifverhandlungen für die kommunalen Klinikärzte
Am Montag, den 14. Januar 2008 starten die Tarifverhandlungen für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern zwischen Marburger Bund und Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände. Hier der Link zum Bundesverband mit den wichtigsten Fragen und Antworten zur Tarifrunde 2008.
Die Assistentensprecher der kommunalen Kliniken in Schleswig-Holstein werden gebeten, die Emailverteiler wieder zu aktivieren. Falls sich personelle Änderungen bei den Ansprechpartnern ergeben haben, teilen Sie diese bitte dem Landesverband mit! Die Informationen vom VKA-Ärztesprechertreffen lassen wir Ihnen zur weiteren Verwendung per Email zukommen.
10.01.08
Presseinformationen der VKA
Joachim Finklenburg neuer Verhandlungsführer für kommunale Krankenhäuser / Kein Spielraum in Tarifrunde 2008 / Verlust von 150.000 Arbeitsplätzen in den Krankenhäusern im letzten Jahrzehnt sind genug
Berlin. Joachim Finklenburg, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Gummersbach, ist heute zum neuen Vorsitzenden des Gruppenausschuss für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gewählt worden. Er folgt damit auf Prof. Dr. Otto Foit, der langjährig dem Gruppenausschuss vorstand und sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt hat. Finklenburg übernimmt damit die Verhandlungsführerschaft in Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften und den kommunalen Krankenhäusern.
Die Gewerkschaften ver.di und dbb tarifunion fordern für die am morgigen Donnerstag, 10. Januar 2008, in Potsdam beginnenden Tarifverhandlungen für die Kommunen und ihre Betriebe und damit auch für die kommunalen Krankenhäuser eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um acht Prozent, mindestens aber um 200 Euro monatlich und damit im Mittel von 9,75 Prozent. Der Marburger Bund
fordert für die am kommenden Montag, 14. Januar, in Düsseldorf beginnenden Tarifverhandlungen für die Ärzte eine Erhöhung der Tabellenentgelte zwischen 8,33 und 14,29 Prozent, je nach Funktion und Betriebszugehörigkeit der Ärzte.
„Die kommunalen Krankenhäuser sind gerade auf dem Land vielfach die größten Arbeitgeber. In den letzten zehn Jahren mussten mehr als 150.000 Arbeitsplätze in allen Krankenhäusern abgebaut werden, vor allem in der Pflege. Dies muss genug sein", so Finklenburg. Die Krankenhäuser können steigende Kosten angesichts der mangelnden Finanzausstattung der Krankenhäuser im Rahmen der Gesundheitspolitik der Bundesregierung nicht auffangen. „Die im Jahr 2006 für die
Krankenhäuser durch den Streik des Marburger Bundes aufgezwungenen Einkommensverbesserungen für die Ärzte wie für das Pflegepersonal sind bislang nicht finanziert. Unsere Preise, also unsere Einnahmen, dürfen wir – anders als alle anderen am Markt operierenden Unternehmen – nicht erhöhen. Gleichzeitig sollen wir unseren Beschäftigten einen Einkommenszuwachs zubilligen. Jeder Prozentpunkt Einkommenssteigerung führt damit zu einem weiteren Arbeitsplatzabbau, zu Verkäufen von kommunalen Krankenhäusern, zu Schließungen und damit zu einer Verschlechterung in der Krankenhausversorgung der Bevölkerung. Dies können wir nicht verantworten", so Finklenburg.
Ihre Verhandlungsziele hat die VKA in einem Zehn-Punkte-Papier dargestellt, das unter www.vka.de abrufbar ist.
Das DKI (Deutsches Krankenhaus Institut) veröffentlicht jedes Jahr die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage in den Kliniken. Mitglieder des DKI sind: die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, die Deutsche Krankenhaus-Verlagsgesellschaft und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands. Der obige Link führt zur Kompaktversion, hier ist die Vollversion (6 MB).
Rundschreiben Nr. 01/08 des Marburger Bundes zur Gesundheits- und Berufspolitik
Stichworte: Krankenhauspolitik - Ordnungspolitischer Rahmen der Krankenhausfinanzierung - Position der Länder
09.01.08
Montag beginnt erste Tarifrunde für Ärzte an kommunalen Kliniken
Für rund 55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern beginnen nach Angaben des Marburger Bundes in der kommenden Woche die Tarifverhandlungen. Die erste Gesprächsrunde mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände finde am Montag (14. Januar) in Düsseldorf statt, teilte der Marburger Bund (MB) heute in Berlin mit. Die Gewerkschaft fordert im Schnitt Einkommenssteigerungen von 10,19 Prozent sowie eine sofortige Anhebung der Ostgehälter auf Westniveau.
„Wir wünschen uns faire, konstruktive und zügige Verhandlungen im Sinne sowohl der Ärzte als auch der Kliniken und reichen den Arbeitgebern die Hand dazu", sagte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke laut Mitteilung. Sollten die Arbeitgeber aber „unnötige Streitereien" provozieren, seien Ärzte-Streiks nicht ausgeschlossen.
Ziel der Tarifrunde sei, die kommunalen Krankenhäuser durch einen neuen Schritt zu leistungsgerechten und international konkurrenzfähigen Gehältern als Arbeitsplatz für Ärzte attraktiver zu machen. Andere Klinikträger hätten diese Notwendigkeit bereits erkannt und mit dem Marburger Bund entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen, erklärte der MB-Chef: „Die kommunalen Arbeitgeber müssen ein ureigenes Interesse an besseren Ärztegehältern haben, weil sie sonst in Zeiten eines sich verschärfenden Ärztemangels sehenden Auges auf Leistungskraft und Wettbewerbsfähigkeit ihrer Kliniken verzichten."
Der Marburger Bund hatte 2006 nach langen Streiks einen eigenen Tarifvertrag für Mediziner an kommunalen Kliniken durchgesetzt und den Tarifverbund im Öffentlichen Dienst verlassen. (dpa/änd)
21.12.07
Tarifstreit an kommunalen Kliniken bahnt sich an
Die rund 700 Stadt- und Kreiskrankenhäuser in Deutschland steuern auf einen neuen Tarifkonflikt zu. Während die Ärztegewerkschaft Marburger Bund bei der Anfang 2008 anstehenden Tarifrunde Gehaltssteigerungen durchsetzen will, sieht die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) derzeit keine Spielräume für lineare Erhöhungen.
„Eine Nullrunde ist absolut nicht annehmbar", sagte Gewerkschaftssprecher Athanasios Drougias am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Nach der Kündigung der geltenden Vergütungstabelle zum Jahresende fordere der Marburger Bund die VKA zu Tarifverhandlungen Anfang kommenden Jahres auf. Am kommenden Dienstag will die Kleine Tarifkommission der Gewerkschaft ihre genaue Forderung beschließen. Dass die Gehälter für 55.000 Mediziner an kommunalen Krankenhäusern nach den Ärztestreiks im vergangenen Jahr durch den eigenständigen Tarifvertrag um 1,5 und vier Prozent gestiegen sind, schätzt Drougias als „definitiv zu wenig" ein. Marburger-Bund-Chef Rudolf Henke sagte dazu der „Frankfurter Rundschau", die Erhöhung müsse sich auch an internationalen Maßstäben orientieren. VKA-Präsident Thomas Böhle sagte der Zeitung, an den Kliniken „geht nichts". Nach Angaben der VKA stiegen die Gehälter der Ärzte durch den Abschluss 2006 im Vergleich zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst um 10 bis 13 Prozent. (Quelle dpa)
200 Klagen gegen den Sanierungsbeitrag
Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen wird 200 Klagen gegen den Sanierungsbeitrag einreichen, weitere Kliniken würden nächstes Jahr folgen. Das Vorhaben sei verfassungswidrig und politisch ungerechtfertigt. 0,8 Prozent Erlöszuwachs bei den Krankenhäusern bei stünden 4,7 Prozent Mehreinnahmen bei den Krankenkassen entgegen. Die Ursachen für die geringen Zuwächse bei den Kliniken liegen laut KGNW in dramatischen Kostensteigerungen, wie den Tariferhöhungen für Klinikärzte, der Mehrwertsteuererhöhung, den explodierenden Energiepreisen sowie Mehrkosten durch das neue Arbeitszeitgesetz. Zentrales Problem sei aber die gesetzliche Kappung der Vergütungsanstiege der Kliniken. Die geringen Steigerungsraten für die Krankenhausbudgets von 0,28 Prozent für 2007 und 0,64 Prozent für 2008 würden durch die Sanierungsabgabe von 0,5 Prozent nahezu aufgebraucht. Der Marburger Bund begrüßt die Klagen der Kliniken. „Die pauschale Kürzung der Klinikrechnungen um 0,5 Prozent ist ein völlig unbegründetes Sonderopfer", so Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes. In NRW würden dadurch für 440 Kliniken etwa 50 Millionen Euro fehlen. Er widerspricht der Krankenhausgesellschaft jedoch bezüglich der Kostensteigerungen durch die neuen Tarifverträge für Ärzte. Die Gehaltssteigerungen für Klinikärzte seien bei weitem nicht so hoch ausgefallen, wie es die Krankenhausgesellschaft darstelle. „Hier wird der Versuch unternommen, auf die nächsten Tarifrunden Einfluss zu nehmen."
Berlin – Eine „unerträgliche Selbstblockade“ hat der Marburger Bund der arbeitsrechtlichen Kommission des Caritasverbandes vorgeworfen. Hintergrund ist das jüngste Scheitern der Tarifgespräche innerhalb der Caritas.
„Statt über drei Jahre im stillen Kämmerlein alleine über eine praxisferne Tarifreform zu brüten, wäre es wesentlich effektiver gewesen, kompetente Lösungen aus bereits geltenden Tarifverträgen in die eigene Tarifreform zu integrieren. Unbezahlte Überstunden und illegale Marathonschichten müssen zum Wohl von Arzt und Patient endlich ein Ende haben“, sagte der Vorsitzende des MB, Rudolf Henke.
Er forderte die Caritasarbeitgeber auf, die arztspezifischen Regelungen aus den mit den Ländern ausgehandelten Tarifverträgen des MB in ihre Arbeitsvertragsrichtlinien zu übernehmen. „Es ist höchste Zeit, sich bei der Caritas für erprobte berufsspezifische Regelungen einer kompetenten Ärztegewerkschaft zu öffnen“, sagte Henke. © hil/aerzteblatt.de
mlp-Gesundheitsreport 2007: Ein Schuss vor den Bug der Krankenhausmanager
Rhön Kliniken AG
Der Marburger Bund und die Rhön Kliniken AG haben am Montag und Dienstag, 3. und 4. Dezember, ihre Tarifverhandlungen über einen Referenztarifvertrag fortgesetzt. Laut MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des Referates Tarifpolitik im MB-Bundesverband, befinden sich die Verhandlungen in einer "entscheidenden Phase" und sollen am 17. Dezember in Marburg fortgesetzt werden.
Paracelsus-Kliniken: 1. Ärztesprechermeeting in Berlin
Am kommenden Dienstag, 11. Dezember, findet in Berlin das 1. Ärztesprechertreffen des bundesweiten Netzwerks "Ärzte an Paracelsus-Kliniken" statt. Dort soll über den aktuellen Stand der Tarifgespräche berichtet und das weiteren Vorgehen diskutiert werden. Mehr dazu im Online-Netzwerk des MB-Bundesverbandes
Sana Kliniken AG
Der Marburger Bund und die Sana Kliniken AG nehmen am kommenden Donnerstag, 13. Dezember, in Berlin Verhandlungen zu einem eigenständigen arztspezifischen Tarifvertrag auf.
06.12.07
Brüssel – Die Minister für Arbeit und Soziales der Europäischen Union (EU) haben sich wieder nicht auf eine wöchentliche Höchstgrenze für die Arbeitszeit von Mitarbeitern in Krankenhäusern, Rettungsdiensten und der Feuerwehr einigen können. Es war bereits das sechste Mal, dass die Beratungen über eine entsprechende Neufassung der EU-Arbeitszeitrichtlinie ergebnislos verliefen.
Ein Kompromiss scheiterte vor allem am Widerstand Deutschlands und Großbritanniens. Beide Länder fordern, dass eine tarifvertragliche Einigung beziehungsweise gesetzliche Festlegung von über 60 Wochenstunden möglich sein soll. Der Kompromissvorschlag der portugiesischen Ratspräsidentschaft sah vor, maximal 60 Stunden zuzulassen und dies auch nur in Ausnahmefällen.
„Schweres politisches Fehlverhalten“ hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) der Bundesregierung vorgeworfen. Der 2. Vorsitzende des MB, Andreas Botzlar, warnte: „Deutschland unterstützt den Vorschlag der EU-Kommission, längere Wochenarbeitszeiten und inaktive Phasen des Bereitschaftsdienstes zuzulassen. Damit unterstützt Deutschland eine Wiedereinführung gesetzlich legitimierter Marathon-Schichten zulasten der Patienten.“
Offensichtlich werfe der neue Arbeitsminister Olaf Scholz sämtliche Prinzipien seines Vorgängers Franz Müntefering über den Haufen, der stets versicherte, keine Revision der Arbeitszeitrichtlinie zu unterstützen, erklärte Botzlar.
Die Regierungen der EU-Staaten zeigten sich nach dem gescheiterten Kompromiss dennoch zuversichtlich, im Jahr 2008 aus der Sackgasse herauszukommen. Vor dem Treffen der Minister am Mittwoch in Brüssel hatte EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla damit gedroht, den Richtlinienentwurf Anfang nächsten Jahres zurückzuziehen und zahlreiche Länder vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg zu verklagen, sollten die Verhandlungen erneut scheitern. Nun will der Kommissar den Regierungen noch einmal einen Aufschub von wenigen Wochen gewähren.
Der Kommissar stützt sich dabei auf die bislang gültige EU-Regelung, wonach Bereitschaftsdienste voll als Arbeitszeit zu werten sind. An diesen Grundsatz halten sich nur die wenigsten Staaten. Die geplante Neufassung der Richtlinie sieht daher vor, nur die Phasen des Bereitschaftsdienstes als Arbeitszeit zu werten, in denen der Arzt tatsächlich arbeitet. Über diesen Punkt herrscht bereits Einigkeit zwischen den Regierungen. © ps/hil/aerzteblatt.de
Die Messer werden gewetzt: Pressemitteilung der VKA zur Tarifrunde 2008
Mannheim. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hat ein Zehn-Punkte-Programm zur Tarifrunde 2008 verabschiedet. „Die Beschäftigten des kommunalen öffentlichen Dienstes sollen an der allgemeinen Lohnentwicklung angemessen teilhaben", so VKA-Präsident Dr. Thomas Böhle. Zugleich sei die Handlungsfähigkeit der Kommunen und ihrer Unternehmen zu stärken. Für einen Gehaltssprung, wie er zum Teil in der Privatwirtschaft in diesem Jahr vollzogen wurde, fehle allerdings schlicht das Geld.
Die Mitgliederversammlung fordert in ihrem 10-Punkte-Programm den Ausbau der Leistungsbezahlung und die 40-Stunden-Woche auch in den alten Bundesländern, so wie sie im Tarifgebiet Ost seit der Wiedervereinigung gilt.
In der Tarifrunde 2008 könne es nicht nur um die Frage der Entgelte gehen. Der Anteil der leistungsabhängigen, variablen Bezahlung gehöre ebenso dazu wie die notwendige Verlängerung der Arbeitszeit, so Böhle. Die Tarifrunde beginnt am 10. Januar 2008. Sie ist die erste seit Inkrafttreten des neuen „Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD)" im Jahr 2005.
Das Zehn-Punkte-Programm unter http://www.vka.de.
Am Donnerstag, den 29.11.2007, wird um 16.30 Uhr eine Mitgliederversammlung für die Sana-Kliniken Ostholstein stattfinden. Veranstaltungsort ist der Schulungsraum auf der Kurzliegerstation der Sana Klinik Lübeck. Adresse: Kronsforder Allee 71/73, 23560 Lübeck. Schwerpunkt wird das sogenannte Outsourcing von Beschäftigten der Sana-Kliniken sein. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.
Demonstrationsaufruf an katholischen Kliniken
Als Reaktion auf die starre Haltung der Kirchenvertreter zum Thema Tarifverhandlungen werden alle Ärzte des Caritas-Krankenhausverbandes zu einer Demonstration am 05.12.207 in Bad Honnef aufgerufen. Wer aus Schleswig-Holstein, v. a. aus Flensburg, Interesse hat, an dieser Demonstration teilzunehmen, der melde sich bitte beim Landesverband.
Paracelsus-Kliniken
Für Interessierte: ein Vortrag (Folien) von Dr. Thomas Kopetsch, Leiter des Bundesarztregisters, zum Thema Arztzahlentwicklung mit vielen interessanten Zahlen:
http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Arztzahlstudie_09102007
Die Kosten der Kliniken für die stationäre Krankenhausbehandlung sind in Deutschland im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent auf 58 Milliarden Euro gestiegen. Dabei hätten sich die Sachkosten um 5,9 Prozent erhöht, teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mit. Die Personalkosten kletterten lediglich um 0,6 Prozent.
Die durchschnittlichen Behandlungskosten je Fall lagen bei 3.447 Euro. Das sind 0,5 Prozent mehr als 2005. Insgesamt wurden 16,8 Millionen Menschen stationär behandelt, Neugeborene nicht mitgerechnet.
Die Brutto-Kosten der Krankenhäuser einschließlich der Kosten für nichtstationäre Leistungen (zum Beispiel Ambulanz, wissenschaftliche Forschung und Lehre) betrugen 66,1 Milliarden Euro. Darunter waren 62,3 Prozent Personal- und 36,2 Prozent Sachkosten. Der Personalkostenanteil ist damit weiter gesunken (2005: 63,6 Prozent). Der Rest verteilte sich auf Zinsen für Betriebsmittelkredite und Steuern sowie die Kosten der Ausbildungsstätten. (Quelle: ddp/änd)
Deutsche Ärzte Finanz: Existenzgründerseminar
In Kiel und Lübeck November 2007. Einzelheiten siehe Termine.
12.09.07
Uni-Klinikum Schleswig-Holstein verzeichnet überproportional viele Abgänge von Ärztinnen und Ärzten
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hat ein Problem. Seit Jahresbeginn haben mehr als 100 Ärztinnen und Ärzte dem UKSH in Kiel und Lübeck den Rücken gekehrt – unter ihnen zunehmend Fach- und Oberärzte.
Grundsätzlich ist laut Dr. Hauke Nielsen, Personalrat der Wissenschaftler in Lübeck und Mitglied des Landesvorstandes des Marburger Bundes Schleswig-Holstein, eine jährliche Fluktuation von 100 Ärztinnen und Ärzten noch kein Grund zur Beunruhigung. Aber die vielen Abgänge bereits nach dem ersten Halbjahr seien alarmierend.
Auch der Vorstandsvorsitzende des UKSH, Prof. Dr. Bernd Kremer, hat jüngst gegenüber den Lübecker Nachrichten eingeräumt, dass dies auf eine enorme Unruhe hindeute: „Das nehmen wir sehr ernst.“ Die Zeichen stünden zwar nicht auf Rot, aber auf Gelb. Ein Problem bekäme das UKSH, sagte Prof. Dr. Kremer der Zeitung, wenn seine Leistungsträger gingen, also die hochkarätigen Spezialisten. Bislang blieben sie dem Universitätsklinikum noch treu.
Jedoch verlassen immer mehr junge Fach- und Oberärzte das Haus, weiß Dr. Nielsen. Selbst wenn die Anzahl der Ärzte mit insgesamt 1.500 in Kiel und Lübeck durch nachfolgende jüngere Kollegen konstant bliebe, könnten diese Abgänge, wenn der Trend anhalte, kaum kompensiert werden. Nachvollziehbar ist die Ärzte-Flucht allemal, denn in anderen Bundesländern verdienen Fach- und Oberärzte nach Dr. Nielsens Einschätzung 500 beziehungsweise 1.100 Euro mehr pro Monat. Am UKSH gilt eben nicht der TV-Ärzte (TdL) des MB vom vergangenen Jahr. Vielmehr greift dort seit 2004 ein hausinterner Tarifvertrag, der sogenannte Beschäftigungspakt, der mit Jahresfrist ausläuft. Dr. Nielsen hofft, dass dann der TVÄrzte (TdL) Anwendung findet. Doch die Vorzeichen sind denkbar schlecht, denn dazu müsste das UKSH laut Lübecker Nachrichten jährlich sechs Millionen Euro zusätzlich aufbringen. Das sei für das im Jahr 2006 mit 15 Millionen Euro im Defizit stehende Klinikum kaum zu finanzieren, hieß es in dem Artikel.
Bis 2010 müsse das Uni-Klinikum schwarze Zahlen vorlegen, sonst müssten Teile der Einrichtungen privatisiert werden, „so der Wille der Politik“, schreibt das Blatt. Dennoch plädiert Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Kremer dafür, sich dem Tarifvertrag der Ärztinnen und Ärzte an Uni-Kliniken anzunähern. Die Verhandlungen dazu starten Ende September.
Für Dr. Nielsen reicht eine Annäherung dennoch nicht aus. Der TV-Ärzte (TdL) muss her, ansonsten laufe das Uni-Klinikum Gefahr, dass die Ärzte weiter „mit den Füßen abstimmen“ – insbesondere die Fachkräfte. Dass könne man sich als einziges Haus der höchsten Versorgungsstufe im nördlichsten Bundesland einfach nicht erlauben.
Am 04. Dezember 2006
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Verdi und die Arbeitgeber
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Streik KK
Zentrale Demonstration in Hannover am 2.8.2006
(01.08.06)
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Demonstration am Mittwoch, 26. Juli 2006 in Schleswig
(25.07.06)
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Aufruf zur Demonstration am 28.06.06 in Kiel
(26.06.06)
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Neuer Tarifvertrag
Arztspezifischer Tarifvertrag mit der TdL auch für Schleswig-Holstein?
(24.06.06)
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Hauptversammlung am 22. März 2006
Ein Ärztetarifvertrag - Eine neue Herausforderung
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Vorbereitungen auf Streikmaßnahmen intensiver
„Fragt uns nicht, ob wir streiken wollen, sondern sagt uns wann!“
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Kammerversammlung zeigt sich mit streikenden Ärzten solidarisch
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Dr. Machnik bleibt Vizepräsidentin
mb kann seine Position bei den Vorstandswahlen halten
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Protest folgt Demut
Zum nationalen Protesttag in Berlin
(01.09.05)
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