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Tarifpolitik
Pressemitteilung
Berlin, 11. November 2008 - Nr. 52/08
Marburger Bund und Vivantes einigen sich auf arztspezifischen Tarifvertrag
Berlin - Nach langwierigen Verhandlungen haben sich heute (11. November) der Marburger Bund, LV Berlin/Brandenburg (MB) und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV
Berlin) für den Berliner Krankenhauskonzern
Vivantesauf einen arztspezifischen
Tarifvertrag verständigt. Die rund 1500 Ärztinnen und Ärzte des größten
kommunalen Klinikunternehmens in Deutschland werden ab dem 1. Januar 2009 je
nach Arztgruppe Lohnsteigerungen zwischen 8 und 15 Prozent erhalten.
„Die Ärzte von Vivantes sind endlich auf dem Gehaltsniveau ihrer Kollegen in
anderen kommunalen Kliniken angekommen. Damit ist dem Marburger Bund ein
weiterer richtungweisender Tarifabschluss gelungen, der die dringend benötigte
Verbesserung der ärztlichen Einkommen realisiert“, so Lutz Hammerschlag,
Verhandlungsführer des Marburger Bundes. Auch der Geschäftsführer
Personalmanagement der Vivantes GmbH, Manfred Rompf, zeigte sich mit dem
arztspezifischen Tarifabschluss zufrieden. „Mit diesem Tarifvertrag haben wir
es geschafft, dass Vivantes sowohl jungen Assistenzärztinnen und -ärzten als
auch erfahrenen Ärztinnen und Ärzten attraktive Bedingungen bieten kann. Die
betriebswirtschaftliche Belastung des Tarifvertrages ist für Vivantes
allerdings sehr hoch. Die Geschäftsführung und alle Ärzte von Vivantes müssen
deshalb große Anstrengungen unternehmen, um die Ziele für das Unternehmen zu
erreichen. Gleichwohl sehen wir den Abschluss des Tarifvertrages als wichtige
Motivation für unsere Beschäftigten, um gemeinsam das Unternehmen weiterzuentwickeln
und fit für die Zukunft zu machen.“
Neben den beschlossenen tariflichen Regelungen einigten sich Marburger Bund und
Vivantes auf die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die Vorschläge zur
Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur unterbreiten soll.
Dabei sollen Faktoren, die zu einer zusätzlichen Motivation des ärztlichen
Personals führen, analysiert und in den ärztlichen Arbeitsalltag integriert
werden. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie medizinische
Nachwuchsförderung würden hier an erster Stelle stehen. „Wir freuen uns sehr
darüber, dass es erstmals gelungen ist, in einem Tarifvertrag eine
Arbeitsgruppe zu den Themen Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur
festzuschreiben“, so der Vivantes Personalgeschäftsführer Rompf. Abschließend
stellte der MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag fest: „Dieser
arztspezifische Tarifvertrag ist ein wichtiger Schritt, um Vivantes gerade in
Zeiten eines sich verschärfenden Ärztemangels attraktiver zu machen.“