Keine unbezahlten Überstunden mehr! Politiker und Arbeitgeber verhöhnen die hart arbeitenden Ärztinnen und Ärzte, indem sie behaupten, es gäbe gar keine unbezahlten Überstunden in Krankenhäusern. Die Wahrheit ist eine andere: Jedes Jahr leisten die 146.000 Krankenhausärzte 50 Millionen Überstunden im Wert von einer Mrd. Euro, die sie überwiegend nicht vergütet oder in Freizeit ausgeglichen bekommen.Einreichen von Sammelklagen zur Einforderung unvergüteter Überstunden
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder hat während der Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund mehrmals darauf hingewiesen, dass sie nicht bereit ist, die unzähligen unbezahlten Überstunden der Ärztinnen und Ärzte anzuerkennen und bei den Gehaltstarifen zu gewichten.
Aus diesem Grund halten wir es in Absprache mit Ärztesprechern der Unikliniken und Landeskrankenhäusern für sinnvoll, dass als flankierende Maßnahme zu den Streiks die Überstunden bei den Universitätskliniken und den Finanzministern „auf den Tisch kommen“. Zu diesem Zweck sollen Klagen bei den Arbeitsgerichten erhoben werden. Die Voraussetzungen für diese Klageschriften werden wir auf Grund Ihrer Angaben zunächst lediglich summarisch prüfen. Die Erfolgsaussichten hängen wesentlich davon ab, wie die Überstunden dokumentiert wurden. Infos zur korrekten Überstundendokumentation finden Sie gleich hier im Anschluss.
Tragen Sie bitte in unserem Fragebogen die Anzahl der unbezahlten und nicht durch Freizeit ausgeglichenen Überstunden ein und senden Sie den Bogen unterschrieben an Ihren zuständigen MB-Landesverband. Wenn die Landesverbände mindestens je 100 ausgefüllte Bögen haben, werden sie die Klageschriften erstellen und gesammelt bei den Arbeitsgerichten einreichen.
Fragebogen zum Einreichen von Sammelklagen
So fordern Sie korrekt Überstunden ein
Es ist an der Zeit, dass die Mediziner ihr gutes Recht auf Bezahlung der massenhaften Überstunden konsequent einfordern. Der Marburger Bund hat deshalb zu einer Überstunden-Kampagne aufgerufen. Werden Überstunden weiterhin nicht registriert und bezahlt, sollen erst gar keine mehr geleistet werden. Wichtig ist, dass Ärzte eine Überstundenanordnung erhalten und diese Stunden dann sauber dokumentieren. Außerdem sollte die Verwaltung mit einer formalen Überlastungsanzeige über die Situation aufgeklärt werden. Das geht mit folgenden Vordrucken und online unter http://www.debelias.de
Überlastungsanzeigen und Überstundenanordnungen
Praxisnahe Überstundendokumentation mit www.debelias.de
Hintergrundinfos
Keine unbezahlten Überstunden mehr - www.debelias.de hilft
Überstunden - die rechtlichen Aspekte
Pressemitteilung vom 09.12.2005