Die Krankenhauslandschaft im Umbruch - Privatisierung als Herausforderung
In jüngster Zeit werden besonders im kommunalen Bereich zunehmend Krankenhäuser privatisiert. Neben der allgemeinen kritischen Lage der öffentlichen Haushalte wird dieses Vorgehen von Krankenhausträgern vor allem als eine notwendige Reaktion auf das am 1. Januar 1993 in Kraft getretene Gesundheitsstrukturgesetz gesehen, das mit seinen massiven Änderungen der Rahmenbedingungen von den Krankenhäusern eine grundsätzliche Neuorientierung am Markt für Gesundheitsleistungen verlange. Die wirtschaftliche Basis eines Krankenhauses sei gefährdet durch überholte Organisationsstrukturen in Verbindung mit diesen massiven Veränderungen. Privatisierungspläne für Krankenhäuser führen bei den Beschäftigten regelmäßig zu großen Verunsicherungen. Verständlicherweise spielt die Sorge um den Erhalt des Arbeitsplatzes und die künftige Absicherung der Arbeitsbedingungen die größte Rolle. Ärzte und Pflegepersonal sind die Leistungsträger an den Krankenhäusern. Ihre Motivation für den anstrengenden Dienst am Kranken wie auch die Identifikation mit „ihrem Krankenhaus“ sind wesentlich von der Akzeptanz künftiger Betriebskonzepte abhängig. Ohne diese echte Akzeptanz ist kein Erfolg möglich. Das entscheidende Ziel einer Privatisierung, nämlich eine wirtschaftliche Betriebsführung, wird sich nur dann erfolgreich umsetzen lassen, wenn miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet wird. Das setzt voraus, dass die Mitarbeiter rechtzeitig und umfassend über Umstrukturierungspläne informiert werden und sie ihre Vorstellungen für die Mitgestaltung des neuen Konzeptes „privatisiertes Krankenhaus“ einbringen können, denn genau darin liegt die Chance für eine erfolgreiche Krankenhausprivatisierung.