Berlin, 12. März 2010 - Nr. 26/10
Klare Ansage an die kommunalen Arbeitgeber: MB ruft zum Warnstreik auf!
Die Tarifverhandlungen für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern drehen sich im Kreis. Seit der ersten Verhandlungsrunde am 18. Januar hat sich die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) keinen Schritt auf den Marburger Bund (MB) zubewegt. Deshalb hat die Große Tarifkommission des Marburger Bundes heute entschieden, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Der Marburger Bund ruft die Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern dazu auf, sich am 22. März um 13 Uhr in Köln im Rahmen eines eintägigen Warnstreiks an einer Zentralkundgebung vor dem Ort der nächsten Verhandlungsrunde zu versammeln. „Unsere Geduld geht zu Ende. Die Arbeitgeber hatten genug Zeit, uns ein ernstgemeintes Angebot vorzulegen, das die arztspezifischen Besonderheiten berücksichtigt. Stattdessen präsentieren sie uns ein paar dürre Zeilen, in denen wir aufgefordert werden, die Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst zu übernehmen. So kommen wir nicht weiter. Die Arbeitgeber ignorieren die Versorgungsprobleme, die jetzt schon durch massenhaft unbesetzte Stellen entstehen. Auf diese Ignoranz wollen wir am 22. März in Köln hinweisen“, kündigte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, an. Anders als ursprünglich vorgesehen, werden die Tarifverhandlungen mit der VKA am 22. und 23. März nicht in Düsseldorf, sondern in Köln stattfinden.
Henke betonte, die Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst sei für die Tarifverhandlungen der Ärzte kein Maßstab. „Im Ärztlichen Dienst gibt es ganz andere Rahmenbedingungen. 5000 Arztstellen können nicht besetzt werden, weil die schlechten Arbeitsbedingungen junge Ärzte abschrecken und den Rückzug aus der kurativen Medizin provozieren. Dieser Ärztemangel ist hausgemacht: Arbeitsüberlastung, völlig unterbezahlte Bereitschaftsdienste, unbezahlte Überstunden und die Ungleichbehandlung von Teilzeitkräften bei Mehrarbeit – das haben die Arbeitgeber zu verantworten. Deshalb muss sich die VKA endlich bewegen“, forderte Henke.
In einem Flyer hat der Marburger Bund die Forderungen und Fakten zur Tarifrunde 2010 auf den Punkt gebracht. Er kann bei den MB-Landesverbänden angefordert und auf den Internetseiten des MB abgerufen werden:
Flyer „Schluss mit den Zumutungen“
Alle Infos zum Tarifbereich der VKA