Berlin, 7. März 2010 - Nr. 23/10
Krankenhäuser müssen für Ärztinnen attraktiver werden
Frauen sind in der Medizin auf dem Vormarsch. Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der Ärzte steigt kontinuierlich und liegt derzeit bei 42 Prozent. In wenigen Jahren wird die Hälfte der Ärzteschaft weiblich sein. Schon jetzt sind 60 Prozent der Studienanfänger im Fach Medizin Frauen. Auf diese Entwicklung haben die Krankenhäuser noch keine adäquate Antwort gefunden: „In Zeiten des Ärztemangels kann es sich kein Krankenhaus leisten, auf die vielfältigen Erfahrungen und Fähigkeiten qualifizierter Ärztinnen zu verzichten. Deshalb müssen die Krankenhäuser endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und Arbeitsplätze für Frauen attraktiver gestalten“, forderte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, anläßlich des Internationalen Frauentages.
Der Marburger Bund unterstütze Ärztinnen gezielt in ihrer Karriereplanung. Dazu gehöre u.a. ein Mentorenprogramm, das Ärztinnen auf dem Weg in Führungspositionen unterstützt. Ein weiterer bedeutender Baustein für die Chancengleichheit der Geschlechter und die Karriereförderung von Frauen im Gesundheitswesen seien Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Familienorientierte Strukturen sind unerläßlich, um Ärztinnen mit Kindern den Einstieg und Aufstieg im Berufsleben zu ermöglichen. Kindergärten an Krankenhäusern dürfen nicht länger die Ausnahme sein“, sagte Henke. Der Marburger Bund setze sich für mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung, mehr Teilzeitbeschäftigung und Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Beruf ein. Davon würden Frauen und Männer gleichermaßen profitieren, so Henke.