Berlin, 17. Januar 2010 - Nr. 05/10
Tarifvertrag Ärzte/VKA
Ärztemangel erfordert attraktivere Arbeitsplätze
MB geht selbstbewusst in die Tarifverhandlungen mit der VKA
„Bei 5000 unbesetzten Arztstellen müssen auch die kommunalen Arbeitgeber begreifen, dass die Zeit der Zumutungen vorbei ist. Dies gilt insbesondere für den völlig unterbezahlten Bereitschaftsdienst in der Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen“, sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes (MB), zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die 55.000 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Kliniken. „Auch Ärzte richten sich bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes nach der Qualität der Arbeitsbedingungen und der Anerkennung, die sie in den Krankenhäusern erfahren. Die Bezahlung der Ärzte muss der steigenden Arbeitsbelastung entsprechen, die vor allem durch höhere Fallzahlen, komplexere Aufgaben der Ärzte und geringere Verweildauern von Patienten geprägt ist“, sagte Henke. Absolut unverhältnismäßig sei die Vergütung der ärztlichen Bereitschaftsdienste im Verhältnis zu der damit verbundenen Belastung. „Wer 24 Stunden am Stück arbeitet, muss dafür auch anständig bezahlt werden. Arbeit in der Nacht und an Wochenenden sowie Feiertagen ist sehr belastend und muss daher besser vergütet werden als Regelarbeitszeit am Tag“, forderte der MB-Vorsitzende.
Für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern fordert die Ärztegewerkschaft eine lineare Erhöhung der Gehälter um durchschnittlich fünf Prozent und eine deutliche Erhöhung der Stundenentgelte für Bereitschaftsdienste. „Ziel der Tarifrunde ist es, den Arbeitsplatz für Ärzte attraktiver zu gestalten, um langfristig den Mangel an Klinikärzten beheben zu können“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer und Verhandlungsführer des Marburger Bundes, Lutz Hammerschlag.
Der Marburger Bund fordert insbesondere für die Erschwernisse der Arbeit zu ungünstigen Zeiten, wie in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen, eine adäquate finanzielle Entschädigung einzuführen. In den meisten Krankenhäusern wird der Betrieb durch den Bereitschaftsdienst in der Nacht aufrechterhalten. Die Bereitschaftsdienste werden in der Regel nicht voll, sondern nur zu einem deutlich geringeren Prozentsatz von den Klinikarbeitgebern als Arbeitszeit gewertet.
Die MB-Verhandlungskommission kommt am 18. Januar um 13.00 Uhr zu einer ersten Verhandlungsrunde mit den Vertretern der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zusammen. Verhandlungsort ist das Le Méridien Parkhotel in Frankfurt am Main.
Forderungen und Ziele des MB in der Tarifrunde 2010
(17.01.2010)
Hintergrundinformation zum Bereitschaftsdienst
(17.01.2010)
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