Berlin, 21. Dezember 2009 - Nr. 81/09
Tarifvertrag Ärzte/VKA
Fünf Prozent plus und deutlich mehr für Nachtdienste
Forderungspaket des Marburger Bundes mit vier Elementen
Mit einer ebenso maßvollen wie selbstbewussten Forderung geht der Marburger Bund (MB) in die Tarifrunde 2010. Für die rund 55.000 Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern fordert die Ärztegewerkschaft eine lineare Erhöhung der Gehälter um durchschnittlich fünf Prozent und eine deutliche Erhöhung der Stundenentgelte für Bereitschaftsdienste. Die Forderungen wurden der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) übermittelt und mit tarifpolitischen Zielsetzungen untermauert, die auf eine adäquate finanzielle Entschädigung der Ärzte für die besonderen Erschwernisse der Arbeit in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen ausgerichtet sind. Die Tarifverhandlungen zwischen MB und VKA beginnen am 18. Januar 2010 in Frankfurt am Main.
„Der Marburger Bund geht mit großem Selbstbewusstsein in die Tarifrunde 2010. Die Ärztinnen und Ärzte haben eine besondere Verantwortung für die Versorgung der Patienten und tragen maßgeblich zur Wertschöpfung der Kliniken bei. Die Bezahlung der Ärzte muss der steigenden Arbeitsbelastung entsprechen, die vor allem durch höhere Fallzahlen und geringere Verweildauern von Patienten gekennzeichnet ist“, sagte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. Absolut unverhältnismäßig sei die Vergütung der Bereitschaftsdienste im Verhältnis zu der damit verbundenen Belastung. „Die Ärzte wollen für nächtliche Bereitschaftsdienste adäquat bezahlt werden. Was in anderen Berufen gang und gäbe ist, muss auch für Krankenhausärzte gelten: Die Vergütung von Nachtdiensten muss deutlich über der Bezahlung der Regelarbeitszeit liegen“, forderte Henke.
Das Forderungspaket des Marburger Bundes im Einzelnen:
1. Lineare Erhöhung der Ärztegehälter um durchschnittlich fünf Prozent und strukturelle Veränderung in der Entgeltgruppe EG I durch Verkürzung der Stufenlaufzeiten auf 12 Monate in jeder Stufe. Die Laufzeit der neuen Entgelttabelle beträgt ein Jahr (1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010).
2. Erhöhung der Stundenentgelte für den Bereitschaftsdienst in der Entgeltgruppe EG I (Arzt) von derzeit 22,30 Euro auf 30 Euro, in der EG II (Facharzt) von 27,10 Euro auf 36 Euro, in der EG III (Oberarzt) von 30 Euro auf 39 Euro, in der EG IV (Leitender Oberarzt) von 32 Euro auf 41 Euro.
3. Tarifpolitische Zielsetzung: Bei der Erhöhung der Stundenentgelte für den Bereitschaftsdienst steht für den Marburger Bund im Vordergrund, für die besonderen Erschwernisse der Arbeit zu ungünstigen Zeiten, insbesondere in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen, eine adäquate finanzielle Entschädigung einzuführen.
Bei der Ableistung von Mehrarbeit darf es generell keine unterschiedliche Behandlung zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten geben.
4. Altersteilzeit: Der MB fordert eine Verlängerung der tariflichen Regelung für Altersteilzeit unter Berücksichtung der gesetzlichen Regelungen.
Forderungen und Ziele des MB in der Tarifrunde 2010
Hintergrundinformation zum Bereitschaftsdienst ![]()
Statement des 1. Vorsitzenden, Rudolf Henke
(21.12.2009)
Alle Infos zum Tarifbereich der VKA