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 _ Pressemitteilung

Berlin, 7. November 2009 - Nr. 66/09

MB warnt vor Aufweichung von Sicherheitsstandards aus ökonomischen Gründen

Strategien zur Fehlervermeidung und einen offeneren Umgang mit Mängeln und Fehlern ohne Schuldzuweisung hat der Marburger Bund gefordert. „Die Anwendung systematischer Strategien des Risikomanagements trägt maßgeblich zu einer Erhöhung der Patientensicherheit bei“, heißt es in einem Beschluss der 116. Hauptversammlung des Ärzteverbandes.

Für ärztliche und pflegerische Mitarbeiter sei die Tätigkeit im Krankenhaus generell gekennzeichnet durch hohe physische und emotionale Arbeitsbelastung, zunehmende Arbeitsverdichtung, Stress und Hektik sowie einen immer deutlicher werdenden ökonomischen Druck. „Dabei sind die beeinträchtigenden Auswirkungen von Überlastung, Nacht- und Schichtarbeit auf körperliches Befinden und kognitive Fähigkeiten, auf Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentrationsfähigkeit inzwischen durch zahlreiche Forschungsergebnisse deutlich belegt“, betonen die Delegierten.

Jeder Fehler sei ein Fehler zuviel. Deshalb sei die Entwicklung einer neuen Sicherheitskultur im Gesundheitswesen zwingend notwendig. „Die vom Marburger Bund geforderten und nunmehr gesetzlich und tarifpolitisch durchgesetzten Arbeitszeitverkürzungen stellen somit auch einen wichtigen Beitrag zur Fehlervermeidung und Patientensicherheit dar. Einer Aufweichung dieses Sicherheitsstandards aus primär ökonomischen Gründen wird der Marburger Bund entschieden entgegen treten. Marathondienste und übermüdete Ärztinnen und Ärzte darf es nicht mehr geben“, heißt es in dem Beschluss der Ärztegewerkschaft.

Aus eigenen und fremden Fehlern bzw. Beinahe-Fehlern zu lernen, sei ein wichtiger Baustein in der Strategie der Fehlervermeidung. „Geeignete Instrumente sind neben Schadenfallbewertungen und Fallbesprechungen vor allem freiwillige Berichtssystem (Critical Incident Reporting-System/CIRS). Ihre Anwendung, Weiterentwicklung und die Vernetzung der mit ihnen arbeitenden Krankenhäuser sind wichtige Zukunftsaufgaben“, so die MB-Hauptversammlung. Auch die aus der Behandlungsfehlerstatistik und den Fehleranalysen gewonnenen Erkenntnisse der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern müssten zukünftig noch stärker in der Aus-, Weiter- und Fortbildung von Ärzten berücksichtigt werden.

Weitere Infos zur 116. Hauptversammlung am 6./7. November 2009 in Berlin

 
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