Berlin, 23. September 2009 - Nr. 56/09
Twittern im OP-Saal – modische Macke mit erhöhtem Fehlerrisiko
„Eine Operation ist Teamarbeit – da gilt höchste Konzentration, um das gewünschte Behandlungsergebnis zu erzielen. Das ständige Twittern am Rande einer OP würde die Konzentration des Teams nur unnötig stören und das Fehlerrisiko erhöhen. Beim Autofahren ist das Telefonieren mit einem Handy ja schließlich auch nicht erlaubt", kommentiert Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, Meldungen über den Einsatz von Microblogs in US-Kliniken. „Der Operateur und sein Team müssen bei einem Eingriff untereinander kommunizieren. Zusätzliche Hinweise an einen beigeordneten Twitterer lenken von der eigentlichen Haupttätigkeit ab. Deshalb sind solche modischen Macken wie das Twittern im OP auch kein Gewinn für den Patienten und seine Angehörigen", so Botzlar. Schon jetzt dürften deshalb Handys oder andere mobile Endgeräte zum Empfang von Funk-Nachrichten („Piepser") vielfach nicht mit in den OP-Saal genommen werden. Botzlar fügt hinzu: „Ich zweifele auch daran, dass die Angehörigen in Echtzeit über das Öffnen der Bauchdecke des Patienten informiert werden wollen. Das geht an den wirklichen Informationsbedürfnissen der Angehörigen völlig vorbei."