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Berlin, 11. September 2009 - Nr. 52/09

Erster Streiktag an den DRK-Kliniken ein voller Erfolg

Berlin - Nach dem überwältigenden Ergebnis der Urabstimmung haben heute rund 200 Ärztinnen und Ärzte der DRK-Kliniken Berlin gestreikt. Der Demonstrationsmarsch der Streikenden führte vom DRK-Klinikum Mitte zum Vivantes Humboldt-Klinikum, wo sie von den dortigen Kolleginnen und Kollegen herzlich empfangen wurden. Die Aktion sollte der Geschäftsführung der DRK-Kliniken zeigen, wohin ihre Blockadepolitik führt, wenn die Forderungen des Marburger Bundes nicht erfüllt werden.

In letzter Minute war gestern Abend (10.09.2009) kurz vor Mitternacht eine Notdienstvereinbarung mit der Geschäftsführung abgeschlossen worden. „Die streikenden Ärzte sind sich ihrer Verantwortung für die Aufrechterhaltung einer funktionierenden Notfallversorgung im Interesse der Patienten sehr bewusst. Die Patienten sollen nicht unter der uneinsichtigen Haltung der Geschäftsführung leiden", begründete Dr. Kilian Tegethoff, Landesvorsitzender des Marburger Bundes Berlin/Brandenburg, das Entgegenkommen der Ärzte beim Abschluss der Notdienstvereinbarung.

Die Nervosität der Geschäftsführung der DRK-Kliniken kommt inzwischen auch darin zum Ausdruck, dass sie selbst vor persönlichen Diffamierungen gegenüber dem MB-Landesvorsitzenden nicht zurückschreckt. Ziel dieser durchsichtigen Manöver der Geschäftsführung ist es, vom eigenen Versagen abzulenken, das zu der jetzigen Eskalation geführt hat. „Die Tarifverhandlungen bei den DRK-Kliniken sind gescheitert, weil die Geschäftsführung Wortbruch begangen hat. Anfangs akzeptierte sie noch unsere Forderung, sich an den Vivantes-Kliniken zu orientieren. Als dann aber der Marburger Bund mit Vivantes einen Tarifabschluss erreicht hatte, wollte die Geschäftsführung davon nichts mehr wissen und schaltete auf stur", sagte Tegethoff.

Wenn der Geschäftsführer der DRK-Kliniken, Professor Kersting, nun behaupte, der Marburger Bund nutze den Tarifstreit an den Berliner DRK-Kliniken als Druckmittel in den Verhandlungen mit der Charité, so sei das frei erfunden. „Nur die Verzögerungstaktik von Professor Kersting hat dazu geführt, dass jetzt zeitgleich auch an der Charité Tarifverhandlungen geführt werden. Die Tatsache, dass ich den MB-Landesvorsitz als Mitarbeiter der Charité ausübe und mich dort als Personalrat für die Beschäftigteninteressen engagiere, hat nicht das Geringste mit den gescheiterten Tarifverhandlungen an den DRK-Kliniken zu tun. Professor Kersting weiß um den Imageschaden, den er durch sein Verhalten den eigenen Kliniken zugefügt hat. Die Unzufriedenheit der Ärzte ist durch jede Provokation von Herrn Kersting weiter gestiegen. Als trauriger Höhepunkt dieser Provokationen wurden heute alle Demonstrationsteilnehmer wiederholt im Auftrag einer Anwaltskanzlei fotografiert", so der MB-Landesvorsitzende. Eine in der DDR aufgewachsene Ärztin fühlte sich an die Methoden der Staatssicherheit erinnert.

 
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