Berlin, 14. Mai 2009 - Nr. 29/09
Internationaler Familientag
Krankenhäuser müssen familienfreundlicher
werden
Anlässlich des Internationalen Familientages am 15. Mai
forderte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund die Krankenhausarbeitgeber
auf, sich verstärkt um familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu kümmern.
„Familienfreundlichkeit ist in vielen deutschen Krankenhäusern leider immer noch
ein Fremdwort. Bis heute haben sich lediglich rund 100 der bundesweit knapp 2000
deutschen Kliniken an der Marburger Bund Kampagne für ein familienfreundliches
Krankenhaus beteiligt. Das wollen wir ändern“, erklärte die stellvertretende
Hauptgeschäftsführerin, Dr. Magdalena Benemann. Mit einer Postkartenaktion werbe
der Marburger Bund nun bei allen Krankenhäusern Deutschlands um mehr
familienfreundliche Arbeitsbedingungen und eine Teilnahme an der
Verbandskampagne.
Benemann: „Angesichts der Tatsache, dass der
überwiegende Teil des Medizinernachwuchses weiblich ist, müssen die Kliniken in
Zeiten eines sich verschärfenden Ärztemangels das Thema der besseren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf primär nicht als Kostenfaktor, sondern als
Wettbewerbsvorteil verstehen.“ Momentan zeichne sich die ärztliche
Arbeitssituation durch lange Dienste, mangelnde Flexibilität und fehlende
Kinderbetreuungsmöglichkeiten aus. „Eine solche Arbeitsstruktur ist
familienfeindlich und muss deshalb dringend verbessert werden“, so
Benemann.
Ziel der MB-Kampagne für ein familienfreundliches Krankenhaus,
dessen Schirmherrschaft Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen übernommen
hat, sei es, Kliniken praktische Unterstützung für familienfreundliche
Strukturen zu geben. Studien belegten, dass eine bessere Vereinbarkeit von
Familie und Beruf durch entsprechende Arbeitgeberangebote die Motivation der
Arbeitnehmer und somit die Wirtschaftlichkeit steigern. In Krankenhäusern würde
das letztlich auch der Qualität der Patientenversorgung zu Gute kommen.
Infos zur MB-Kampagne für ein familienfreundliches Krankenhaus