Berlin, 23. März 2009 - Nr. 18/09
Marburger Bund ändert Arbeitskampftaktik
Fortan
kurzfristig angekündigte Streiks der Reha-Ärzte
Mit einer Änderung der Streiktaktik will der Marburger Bund
(MB) den Druck auf die Deutsche Rentenversicherung verstärken. „Die seit dem
26. Februar andauernden Streiks der 2000 Reha-Ärzte werden fortan regelmäßig kurzfristig
unterbrochen und ebenso kurzfristig wieder aufgenommen. Damit wollen wir erreichen,
dass sich die Arbeitgeber nicht auf unseren Arbeitskampf einstellen können“, erklärte
der 2. Vorsitzende des MB, Dr. Andreas Botzlar.
In dieser Woche würden die Streiks zunächst zurückgefahren, um sich verstärkt
den Patienten, Versicherten und den übrigen Mitarbeiten zu widmen. Neben der
regulären Tätigkeit stünden in den kommenden Tagen insbesondere Aufklärungsgespräche
über die Ziele des Arbeitskampfes im Vordergrund. Mit den Ärztestreiks will der
MB die Deutsche Rentenversicherung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen.
Wann die Ärztestreiks wieder verstärkt werden, ließ die
Ärztegewerkschaft offen. Mit kurzfristig angekündigten Streikaktionen soll der
Arbeitskampf für die Arbeitgeber unkalkulierbarer und somit schmerzvoller
werden. Bisher habe die Deutsche Rentenversicherung versucht, den Streik durch
die Verlagerung von Personal aus nicht bestreikten Kliniken zu kompensieren.
Auch gebe es das Bestreben, niedergelassene Mediziner für einen Stundenlohn von
rund 100 Euro als Streikbrecher in den Reha-Zentren einzusetzen. In einem
Schreiben forderte der Marburger Bund niedergelassene Ärzteverbände auf, den
ambulant tätigen Kollegen von einem derartigen, „unsolidarischen“ Einsatz
abzuraten.
Die Deutsche Rentenversicherung ist einer der
letzten Arbeitgeber in Deutschland, der sich bis dato weigert, mit dem
Marburger Bund einen arztspezifischen Tarifvertrag zu verhandeln und
abzuschließen. In der Folge liegen die ärztlichen Arbeits- und
Einkommensbedingungen weit hinter denen jener Kliniken zurück, die einen
Tarifvertrag des Marburger Bundes anwenden.