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 _ Pressemitteilung

Bochum, 19. März 2009  -  Nr. 17/09

Über 1100 Reha-Ärzte fordern Tarifverhandlungen

Bundesweit haben heute über 1100 Ärztinnen und Ärzte aus mehr als 65 Reha-Kliniken und zahlreichen Verwaltungsstellen der Deutschen Rentenversicherung die Arbeit niedergelegt. Allein zur zentralen Streikdemonstration des Marburger Bundes sind mehr als 300 Mediziner nach Bochum gereist, um am Standort der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See ihren Unmut über katastrophale Arbeitsbedingungen und ausbleibende Tarifverhandlungen zum Ausdruck zu bringen.

Die Ärzte sind willens, den Streik für einen eigenen arztspezifischen Tarifvertrag auch in den kommenden Wochen fortzusetzen. Die Deutsche Rentenversicherung soll sich nicht der Illusion hingeben, dass die Protestwelle ihrer Ärzte abflauen wird. Im Gegenteil, der seit dem 26. Februar laufende Arbeitskampf der rund 2000 Reha-Ärzte wird noch verschärft werden, wenn die Deutsche Rentenversicherung bei ihrer sturen Haltung verbleibt und sich Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund weiterhin verweigert.

Von den Ärztestreiks sind im zunehmenden Maße auch die Versicherten und Patienten betroffen. Anträge auf Reha-Maßnahmen und Erwerbsminderungsrenten werden kaum mehr bearbeitet. Zudem können immer mehr Patienten eine bereits zugesagte Rehabilitationsmaßnahme nicht antreten. Jährlich werden rund 900.000 Reha-Maßnahmen durchgeführt. Für die in Mitleidenschaft gezogenen Patienten und Versicherten ist einzig und allein die Deutschen Rentenversicherung verantwortlich, die hartleibig Tarifverhandlungen ablehnt.

Die Mediziner in den Einrichtungen der Rentenversicherer beklagen das Fehlen einheitlicher Tarifbedingungen, miserable Einkommen, einen sich zuspitzenden Ärztemangel und permanente Arbeitsüberlastung. Weil mittlerweile bis zu 15 Prozent der ärztlichen Stellen bei der DRV unbesetzt sind, bleiben den Ärzten beispielsweise für das Begutachten von Anträgen auf Erwerbsminderungsrente oder Reha-Maßnahmen nur wenige Minuten.

Abhilfe soll laut Marburger Bund ein arztspezifischer Tarifvertrag leisten. Die Ärztegewerkschaft hat solche auf Mediziner zugeschnittenen Tarifverträge bereits erfolgreich mit den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes und mit privaten Klinikketten abgeschlossen. Diese sehen bessere Arbeitsbedingungen unter anderem durch einheitliche Tarifstandards, geregelte Arbeitszeiten und höhere Einkommen vor. So verdient ein Facharzt in einem Haus der privaten Klinikkette Helios bis zu 27 Prozent mehr als bei der Deutschen Rentenversicherung. Seit über einem Jahr schlagen die Rentenversicherer jedoch die ausgestreckte Hand des Marburger Bundes für faire und konstruktive Verhandlungen aus.


Die schönesten Fotos der Streikdemo in Bochum
Alle Infos zu den Ärztestreiks bei der DRV

 
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