Berlin, 12. März 2009 - Nr. 14/09
Ärztestreiks bei Deutscher
Rentenversicherung eskalieren
Zentrale Streikdemo am 19. März in Bochum
Die
Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) verschärft die seit dem 26. Februar
andauernden Arbeitskampfmaßnahmen bei der Deutschen Rentenversicherung und ruft
die rund 2000 Ärzte zu einem Erzwingungsstreik auf. „Von der bisherigen Taktik
der ersten Nadelstiche wird jetzt auf einen Vollstreik ohne Ausnahmen
umgestellt. Die erschreckende Hartleibigkeit der Arbeitgeber muss mit bedingungslosen
Ärztestreiks bekämpft werden“, sagte der zweite Vorsitzende des Marburger Bundes,
Dr. Andreas Botzlar. In der
kommenden Woche sollen alle Ärzte in den Verwaltungen und den rund 100
Reha-Kliniken ihre Arbeit niederlegen. Zudem findet am 19. März in Bochum eine
bundesweite Streikdemo vor dem Gebäude der Deutschen Rentenversicherung
Knappschaft-Bahn-See statt.
Die
Ärzte der Deutschen Rentenversicherung befinden sich seit dem 26. Februar in
einem unbefristeten Arbeitskampf. Bisherige Streiktaktik der Ärztegewerkschaft
waren gezielte Arbeitsniederlegungen an ausgewählten Standorten der Rentenversicherer.
Da eine Reaktion der Arbeitgeber bisher jedoch ausgeblieben sei, werde nunmehr
der nächste Schritt im Eskalationsplan gegangen. Mit den Ärztestreiks soll die
Deutsche Rentenversicherung zu Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund bewegt
werden. Die Gewerkschaft beklagt ärztefeindliche Arbeitsbedingungen, veraltete
Tarifverträge und miserable Einkommensmöglichkeiten. So verdienten
beispielsweise Fachärzte in der privaten Klinikkette Helios, die mit dem
Marburger Bund einen arztspezifischen Tarifvertrag vereinbart hat, bis zu 27
Prozent mehr.
Ärzte der DRV, zu der die Deutsche Rentenversicherung Bund, die
Tarifgemeinschaft der Deutschen Rentenversicherung und die Deutsche
Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See gehören, arbeiten in den Verwaltungsstellen
und in den bundesweit rund 100 Reha-Kliniken. Sie begutachten Versichertenanträge
und versorgen Patienten mit schweren und chronischen
Erkrankungen. Pro Jahr erhalten rund 900.000 Patienten medizinische
Reha-Maßnahmen.
Alle Infos zum Ärztestreik bei der DRV